Projekt kulturer.be
31.8.26
(emf) Im September rollt ein besonderes Exponat aus dem Erkenbert-Museum in die Vitrine der Stadtbücherei: das handgefertigte Modell eines LKWs aus Holz und Metall. Dabei handelt es sich um einen dreiachsiges Haubenfahrzeug mit kippbarer Ladefläche und aufgemalten Türen und Fenstern. Auf der Haube trägt er das markante Logo der einstigen Pumpenmarke AMAG Hilpert und bietet damit einen faszinierenden Einblick in die Technik und Ästhetik der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Von der AMAG Hilpert zur KSB Frankenthal
Die Firma AMAG Hilpert hat ihre Wurzeln in der 1857 von Johann Andreas Hilpert gegründeten „Armaturen- und Maschinenfabrik“. Neben einem Werk in Nürnberg betrieb die Firma in Pegnitz eine Eisengießerei. Das Unternehmen, vor allem bekannt für seine Pumpen, prägte mit seinen Produkten die industrielle Landschaft Deutschlands. Die Frankenthaler Klein, Schanzlin und Becker AG (KSB) unterhielt seit den 1920ern geschäftliche Beziehungen mit der AMAG. Beide Firmen hatten ähnliche Produktpaletten und traten zunächst als Konkurrenten auf. Im Jahr 1959 wurde die AMAG Hilpert AG schließlich von der KSB Frankenthal übernommen, die heute als global agierender Pumpen- und Armaturenhersteller bekannt ist.
Mehr zum Objekt
Das Modell spiegelt die Ära wider, in der Lastkraftwagen wie dieses Haubenfahrzeug unverzichtbare Helfer in Industrie und Handwerk waren. Seine robuste Bauweise aus Holz, Metall, Blech und Aluminium sowie Details wie die Trittstufe und die scharnierverbundene Ladefläche machen es zu einem Hingucker. Jedoch wirft das etwa 23 cm lange Modell auch einige Fragen auf. Unklar ist, wie das Objekt nach Frankenthal gelangte und warum es überhaupt entstand. Gefunden wurde es in den 1990er-Jahren auf einem Dachboden in einer Frankenthaler Villa, zusammen mit zahlreichen anderen Gegenständen. Handelt es sich um ein Spielzeug, eine liebevolle Bastelarbeit oder gar um ein Werbeobjekt der Firma AMAG Hilpert? Die genaue Entstehungsgeschichte bleibt im Dunkeln – doch gerade das macht das Objekt so interessant.
Am Mittwoch, 2. September um 16 Uhr haben Interessierte die Gelegenheit, das Modellfahrzeug beim Gespräch zum Objekt des Monats in der Stadtbücherei gemeinsam zu entdecken und zu diskutieren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Weitere Informationen zum Objekt und seiner Geschichte sind auf der Webseite des Erkenbert-Museums unter
www.frankenthal.de/erkenbert-museum (Menüpunkt „Objekt des Monats“) zu finden.
| im Detail: | |||
| Icon oben | siehe auch: | Objekt des Monats | |
| Pexels, Ksenia Chernaya |
Startseite | Service | zur
ZUM | © Landeskunde online/ kulturer.be 2026
© Texte der Veranstalter, ohne Gewähr