Projekt kulturer.be
14.4.26
(hdg) An elf Stationen in der Dauerausstellung beschäftigt sich das Haus der Geschichte Baden-Württemberg derzeit mit dem Thema Antisemitismus – aus Sicht der Betroffenen: „Fragt uns doch mal. Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus“ heißt die Ausstellungsintervention, die bis zum 13. September 2026 in dem Stuttgarter Museum zu sehen ist.

Aus der Ausstellung:
Oben:Mit einem Quiz lässt sich an einer der Stationen in der Ausstellung herausfinden, wie ein Land selbst unter härtesten Bedingungen konsequent dem Antisemitismus entgegentrat: Dänemark unter nationalsozialistischer Besatzung.
Unten: Für ein Video der Intervention wurden jüdische Jugendliche nach ihren Träumen befragt.
Fotos: Haus der Geschichte Baden-Württemberg / Max Kovalenko
„Antisemitismus bedroht unsere Demokratie, ist ein Angriff auf unsere demokratischen Werte und die Menschenrechte“, sagt Direktorin Dr. Cornelia Hecht-Zeiler. „Jüdinnen und Juden sind im Alltag massiv davon betroffen. Als Haus der Geschichte Baden-Württemberg möchten wir mit unserem Projekt ,Anti-Anti 2.0 – Gemeinsam gegen Antisemitismus‘ ein Zeichen setzen, dass es Aufgabe der gesamten Gesellschaft, von uns allen als Demokratinnen und Demokraten ist, sich gegen jede Form von Judenhass zu stellen.“
Die Intervention stellt sich den Fragen: Müssen wir antisemitische Objekte ausstellen, um über das Thema aufzuklären? Oder verfestigen wir auf diese Weise hasserfüllte Vorurteile?
Die elf Stationen hinterfragen, ergänzen und kommentieren Objekte und Geschichten in der Dauerausstellung „Landesgeschichte(n)“ mit Fakten, Einsprüchen und Wünschen. Zum Beispiel zeigt der „Verschwörungsgenerator“, wie antisemitische Verschwörungserzählungen funktionieren. In Videos erzählen jüdische Menschen von ihren Hoffnungen, Ängsten und Enttäuschungen.
„Wir haben ein Angebot entwickelt, das viele Perspektiven aufgreift und Mut machen kann, gemeinsam gegen Antisemitismus und Rassismus einzustehen“, sagt Kuratorin Franziska Dunkel und beschreibt, wer an dem anderthalbjährigen Projektprozess beteiligt war: „Die Intervention wurde von einem Team des Hauses der Geschichte und Community-Kurator*innen entwickelt. Unterstützt wurden wir durch Expert*innen, die in Forschung, Bildung, Beratung und Vermittlung antisemitismuskritisch arbeiten. Mitgemacht haben Menschen im Alter von 14 bis 63 Jahren.“
Mit einem Quiz lässt sich an einer der Stationen in der Ausstellung herausfinden, wie ein Land selbst unter härtesten Bedingungen konsequent dem Antisemitismus entgegentrat: Dänemark unter nationalsozialistischer Besatzung. An allen Stationen lassen sich Argumentationskarten oder Sticker sammeln, um nach dem Besuch Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus setzen zu können.
„Fragt uns doch mal“ ist Teil des Gesamtprojekts „Anti-Anti 2.0 “, das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert wird. Dazu gehören Ausstellungen, eine Website, Bildungsangebote und Veranstaltungen. Das Projekt greift zurück auf die 1924 bis 1932 erschienene Publikation „Anti-Anti. Tatsachen zur Judenfrage“. Deren Idee einer Faktensammlung gegen antisemitische Lügen stammte vom evangelischen Pfarrer Emil Felden. Der Herausgeber E. G. Löwenthal war Jude. Viele Stichworte darin sind heute erschreckend aktuell.
Beim Anti-Anti-Programm kooperiert das Haus der Geschichte unter anderem mit der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus und deren neuer Reihe „Immer noch. Antisemitismus in Deutschland“.
Informationen zum Projekt und zu Veranstaltungen: www.hdgbw.de/anti-anti-2-0
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