17.6.20

Schloss Heidelberg

17. Juni 1613: Friedrichs V. und Elisabeths Triumphzug durch Heidelberg

(ssg) Im Februar 1613 heiratete der pfälzische Kurfürst Friedrich V. – später bekannt als „Winterkönig“ – die englische Königstochter Elisabeth Stuart in London. Bei ihrer Rückkehr nach Heidelberg am 17. Juni 1613, vor genau 407 Jahren, empfing die Stadt das Paar mit einem rauschenden, mehrtägigen Fest. Die beiden lebten nur wenige glückliche Jahre im Heidelberger Schloss, das Friedrich für seine Frau ausbauen ließ. Neben dem Englischen Bau begann der Kurfürst auch, den legendären Hortus Palatinus anzulegen. Bereits sechs Jahre nach dem triumphalen Einzug verließ das Paar die Stadt: Friedrich zog nach Prag, um die böhmische Königskrone anzunehmen.

Triumphbogen im Schlosshof mit dem Bezug auf die erste pfälzisch-britische Ehe, die Kurprinz Ludwig IOII. 1401 mit Blanca von Lancaster geschlossen hatteElisabethentor, das Zugangstor zum fürstlichen Lustgarten auf der StückgartenterrasseTriumphbogen im Schlosshof mit dem Bezug auf die erste pfälzisch-britische Ehe, die Kurprinz Ludwig IOII. 1401 mit Blanca von Lancaster geschlossen hatte.

Darunter: Elisabethentor, das Zugangstor zum fürstlichen Lustgarten auf der Stückgartenterrasse

Hochzeit mit politischer Bedeutung
Am 14. Februar 1613 wurde in der Kapelle des Whitehall Palace die Ehe zwischen dem Kurfürsten Friedrich V. und Elisabeth Stuart, der Tochter König Jakobs I., geschlossen. Bereits in London verdeutlichten aufwendig inszenierte Feierlichkeiten die besondere Bedeutung, die diese dynastische Verbindung hatte: Sie besiegelte die protestantische Allianz der Kurpfalz mit England. Die Heirat war als ein deutliches Signal gegen die katholisch-habsburgische Vormachtstellung in Europa gedacht und wurde von der protestantischen Öffentlichkeit euphorisch gefeiert.

Triumphzug durch die Residenzstadt
Nach der Ankunft des Paares in Heidelberg am 17. Juni 1613 dauerten die Feierlichkeiten mehr als zwei Wochen lang. Friedrich und Elisabeth wurden mit einer Militärparade empfangen und in einer Kutsche durch Heidelberg gefahren. Ein prächtiger Zug führte die beiden durch die Stadt, ein Triumphbogen der protestantischen Fakultät der Universität wurde errichtet, Musik erklang an jeder Ecke, Blumen schmückten die Häuser und Straßen und alle waren auf den Beinen, um dem Brautpaar zu huldigen. Ihm zu Ehren wurden Turniere abgehalten und Schauspiele und Tänze aufgeführt. Grandioser Abschluss der Feierlichkeiten, bei der auch die Fürsten aus Württemberg und Baden teilnahmen, war das zweistündige Feuerwerk auf dem Neckar. Mit diesem Triumphfeuerwerk endete das Jahrhundertereignis der Vermählung mit großem Getöse. Zugleich bildet es den Auftakt der ereignisreichen Herrschaft des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz – die nur sechs Jahre dauern sollte.

Liebesheirat statt Zweckehe – in Stein gemeisselt
Die Ehe des prominenten Paares war nicht nur eine arrangierte Verbindung: Die ursprünglich aus politischen Gründen geschlossene Verbindung entwickelte sich zu einer Liebesehe. Ein steinernes Zeichen dieser Liebe ist das Elisabethentor am Stückgarten des Heidelberger Schlosses: Friedrich V. ließ den prachtvollen Triumphbogen zwei Jahre nach ihrer Hochzeit vor dem Palast seiner Frau, dem Englischen Bau, vom Architekten Salomon de Caus errichten. Der Legende nach war es ein Geburtstagsgeschenk, errichtet in nur einer Nacht! Das Tor ist ein wahres Kleinod: Es ist mit feinem Skulpturenschmuck verziert; im steinernen Laubwerk verstecken sich Tiere wie Frösche, Eidechsen und Eichhörnchen.


"Türkische" Janitscharen aus dem Turnier-Karoussel.Pallas und Mercurius - antike Figuren im Auftakt-Karroussel zum festlichen Turnier

Pallas und Mercurius - antike Figuren im Auftakt-Karroussel zum festlichen Turnier

Unten: "Türkische" Janitscharen aus dem Turnier-Karoussel.

Alle Bilder aus der "Beschreibung der Reiß", 1613. (1) und (4) UB Heidelberg, (3) Bayerische Staatsbibliothek München.

          

Schloss Heidelberg

Geöffnet ab 12. Mai täglich 10.00 bis 17.00 Uhr

Innenhof, Fasskeller, Altan, Schlosskapelle, Ottheinrichsbau im freien Rundgang geöffnet. Ebenso das Deutsche Apotheken-Museum. Der Shop geöffnet.

Der Schlossgarten ist tagsüber frei zugänglich.

Führungen halbstündlich von 11 bis 15 Uhr

Max. 10 Teilnehmer pro Führung. Ein Mund-Nasen-Schutz ist erforderlich und selbst mitzubringen. Die Kontaktbeschränkungen sind zu beachten.

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